Griechenland - Griechisch

Kalimera – Guten Tag!

Die Kultur des antiken Griechenlands hat Europa massgeblich beeinflusst, sei es in der Literatur und Philosophie oder den Wissenschaften. Heute ist Neugriechisch die Amtssprache, ziemlich einheitlich verbreitet und wenig dialektal gefärbt. Auf den Inseln wird umgangssprachlich oft anstelle des Ortsnamens der Begriff Chora (Stadt, Gebiet) für den Hauptort verwendet, während Skala (Treppe) die Anlegestelle der meist hochgelegenen Chora bezeichnet. Hier ein paar weitere griechische Wörter, die in der nautischen Literatur und auf Seekarten häufig vorkommen.

Agios / Agia = heilig
Akrotiri = Kap, Huk, Landspitze
Kastro = Burg, Festung, Kastell
Kavos = Kap
Kolpos = Golf, Meerbusen
Limani / Limin = Hafen
Megalo = gross
Nisos / Nisis = Insel / kleine Insel
Ormos = Bucht
Reede Petra = Stein, Fels
Stenon = Meerenge
Vathi = tief, eingekerbt
Vrachos = Fels, Klippe
Yphalos = Untiefe, Riff

Griechenland - Turm der Winde

Der Turm der Winde in Athen

In der griechischen Mythologie sind die Götter des Windes die Kinder des Astraios und der Eos, Gottheiten der Abenddämmerung und der Morgenröte. Wer in Athen weilt, sollte nicht nur die Akropolis, sondern auch den Turm der Winde am Rande des römischen Forums nördlich der Akropolis besuchen. Der achteckige Bau aus pentelischem Marmor, in späthellenistischer Zeit durch den Astronomen und Architekten Andronikos von Kyrrhos entworfen, ist 13 m hoch und nach den Kardinalpunkten ausgerichtet. Jede Aussenwand des Turms ist mit einer Sonnenuhr und einem figürlichen Relief versehen. Dargestellt werden die acht Hauptwinde: Boreas (N), Kaikias (NE), Apeliotes (E), Euros (SE), Notos (S), Lips (SW), Zephyros (W) und Skiron (NW), bereits in der Antike mit den Jahreszeiten verknüpft. Der Boreas bringt mit der kalten Luft den Winter, der Euros die Herbststürme, während der Zephyros mit sanften Brisen den Frühling einleitet. Die Bronzestatue des Meeresgottes Triton auf dem Giebel, als Wetterfahne mit seinem Stab die Windrichtung weisend, existiert heute nicht mehr. Von der Wasseruhr im Inneren des Turms sind nur noch Spuren sichtbar, während der Wasserspeicher an dessen Südseite, damals durch eine Quelle am Nordhang der Akropolis gespiesen, recht gut erhalten ist.

Griechenland - Ägäis

Ägäis: die windsicherste Ecke des Mittelmeers

Griechenland - Nysiros

Griechenland – Nysiros

Die Ägäis, mit einer Fläche von rund 240.000 km², wird durch das griechische Festland und die Küste Kleinasiens sowie den Hellenischen Inselbogen, der die Gebirgszüge des Peloponnes über Kreta und Rhodos mit dem anatolischen Taurus verbindet, begrenzt. Im Süden taucht die Afrikanische Platte mit gegenwärtig 5 cm pro Jahr unter die Ägäische Mikroplatte ab, auf der die meisten griechischen Inseln liegen, wodurch das Gebiet ab und zu von Erdbeben erschüttert wird. Die Inselkette von Methana bis Bodrum ist eine magmatisch aktive Zone mit heissen Quellen und Fumarolen. Auf Nisyros ist bei einer Wasserdampfexplosion 1887 ein neuer Krater entstanden, die jüngste Eruption auf Santorin hat sich 1950 ereignet und unweit der Insel liegt der submarine Vulkan Kolumbos. Die Wassertiefe nimmt an den meisten Küsten und zwischen den Inseln rasch ab, die tiefste Stelle befindet sich westlich von Karpathos, wo der Meeresboden 2’945 m unter der Wasseroberfläche liegt. Im Südosten und Südwesten ist die Ägäis über sechs Meerengen mit dem offenen Mittelmeer verbunden. Via Dardanellen und Bosporus gelangt man ins Schwarze Meer, ins Ionische Meer durch den spektakulären Kanal von Korinth mit seinen hohen Felswänden. Fast alle Inseln der Ägäis gehören zu Griechenland, einzig Gökçeada und Bozcaada sowie ein paar Eilande direkt vor der anatolischen Küste zählen politisch zur Türkei. Zwischen den beiden Staaten gibt es Differenzen in Bezug auf die Souveränität über die Ägäis. Die Abgrenzung der Hoheitsgewässer ist ebenso umstritten wie die Nutzung des Kontinentalschelfs, wobei es auch um vermutete Ölreserven geht. Der Name dieses Meeresteil soll auf Aigeus zurückgehen, in der griechischen Mythologie ein König von Attika. Sein Sohn Theseus, der Athen vom Tribut an den Minotaurus befreien und das Ungeheuer töten soll, kehrt von Kreta unter schwarzen statt weissen Segeln zurück, die den Sieg bedeutet hätten. Aigeus stürzt sich bei diesem Anblick die Klippe hinunter ins Meer, welches seither nach ihm benannt ist. Die Gewässer der Ägäis sind sehr windsicher und zählen deswegen zu den attraktivsten Segelrevieren der Welt. Dies ist dem Meltemi zu verdanken, dem trockenen Nordwind, der von April bis Oktober beständig mit etwa 4 bis 7 Beaufort recht kräftig weht. Er wirkt im Sommer angenehm kühlend und beschert Griechenland den oft strahlend blauen und wolkenlosen Himmel.

Griechenland - Gezeiten

Gezeiten

Auch wenn das Mittelmeer Gezeiten kennt, sind Tidenhub und Strom eher schwach und somit vernachlässigbar. Weitaus stärker wird der Meeresspiegel von den vorherrschenden Winden beeinflusst, bei Tiefdruck und auflandigem Wind angehoben, bei Hochdruck und ablandigem Wind gesenkt. Der Oberflächenstrom zirkuliert mit etwa 0.5 kn in der Ägäis gegen den Uhrzeigersinn, der türkischen Küste entlang bis Chios und an der Ostküste Griechenlands zwischen Peloponnes und Kreta ins Ionische Meer.

Griechenland - Wissenswertes

Wissenswertes

Im Mittelmeer ist Griechenland das Revier mit der längsten Küstenlinie, weniger als ein Drittel der 13’676 km entfällt auf das Festland. Die nächste Insel liegt immer schon in Sichtweite, die Strecke ist als Tagesschlag zu bewältigen. Es locken zahlreichen Buchten, überall sind Häfen und herrliche Ankerplätze zu finden. Dementsprechend gibt es viele Charterangebote, sei es für Bareboat mit oder ohne Skipper, als Flotille oder auf crewed Luxusyachten (crewed charter).

Was die Infrastruktur angeht, gibt es in Griechenland kaum Marinas, dafür unzählige grössere oder kleinere Stadthäfen, wo oft nur bescheidene Liegegebühren verlangt werden. In einigen Häfen sind Muringleinen vorhanden, selten kann längsseits angelegt werden, Standard ist römisch-katholisch mit Buganker und Heck zur Pier. Bei schwierigen Verhältnissen kann das Manöver knifflig zu fahren sein. Ein Reitgewicht hilft, das Schiff von der Kaimauer freizuhalten und den Zugwinkel zu optimieren, eine Ankerboje leistet ebenfalls gute Dienste. Lebensmittel können in allen grösseren Ortschaften leicht beschafft werden. Wassermangel ist hingegen ein chronisches Problem, vor allem auf den Inseln und im Sommer besonders kritisch, auch Treibstoffe sind nicht überall erhältlich und Hafentankstellen selten. Nicht selten werden Wasser und Diesel per Schiff angeliefert. Die Betonnung nach dem IALA-System A ist ausreichend und für die wichtigsten griechischen Handelshäfen gut unterhalten, die Leuchtfeuer sind mehrheitlich auf Solarenergie umgestellt und automatisiert worden. Die meisten griechischen Seekarten, im 19. Jahrhundert von den Briten erstellt, können Ungenauigkeiten beinhalten und Differenzen zum GPS von bis zu 0.5 sm ergeben. Wachsamkeit und Navigation auf Sicht sind unerlässlich.

Griechenland - Geschichte

Geschichte

Hellas ist die Eigenbezeichnung Griechenlands in der Antike, sie gilt als die Wiege Europas und ist als frühe Hochkultur von Bedeutung. Ihre zivilisatorischen Leistungen liegen auf den Gebieten der Philosophie, Literatur und Naturwissenschaften, sie bringt die Demokratie und die klassische griechische Architektur hervor.

Griechenland - Salamis

Griechenland – Salamis

Menschliche Spuren reichen bis in die Altsteinzeit zurück, wie Schädelfunde von Neandertalern in Athen und Thessaloniki belegen. In der Bronzezeit wandern Indogermanen vom westlichen Balkan ins heutige Griechenland ein, gleichzeitig erlebt die minoische Kultur auf Kreta ihre erste Blüte mit den beeindruckenden Palastbauten von Knossos und Phaistos. Sie wird von der späteren mykenischen Kultur abgelöst, die sich auf dem Festland entwickelt und als Erste Schriftzeugnisse in griechischer Sprache hinterlässt. Die Mykener erobern Kreta, übernehmen die Macht auf den ägäischen Inseln sowie über minoisch geprägte Siedlungen an der Küste Kleinasiens wie Milet und Didyma. Sie pflegen intensive Kontakte mit dem östlichen Mittelmeerraum, nach Westen mit Sizilien, Unteritalien und dem nördlichen Adriagebiet. Zu den wichtigsten Palastzentren zählen Mykene, Theben und Tiryns. Die Dorische Wanderung von Nordwesten auf den Peloponnes besiegelt das Ende der mykenischen Kultur. Sie unternehmen umfangreiche See- und Militärexpeditionen, erforschen die Gewässer Richtung Atlantik und Schwarzes Meer. Im ganzen Mittelmeerraum werden zahlreiche griechische Kolonien zur Erschliessung neuer Handelsbeziehungen gegründet. Während der klassischen Periode besteht Griechenland aus Stadtstaaten, die bedeutendsten Polis sind Athen und Sparta. Unter Alexander dem Grossem von Makedonien wird das Perserreich erobert, die Grenzen dehnen sich bis nach Indien und Ägypten aus.

Im Jahr 146 v. Chr. fällt Griechenland an das Römische Reich, womit zwar die politische Selbständigkeit für fast zwei Jahrtausende endet, die griechische Kultur jedoch prägend bleibt. Der römische Kaiser Konstantin macht die Polis Byzantion am Bosporus zu seiner Hauptresidenz, die nach seinem Tod in Constantinopolis umbenannt wird und heute Istanbul heisst. Bei der Reichsteilung im Jahr 395 wird Griechenland dem Byzantinischen Reich zugeschlagen. Zur Zeit der Kreuzzüge teilen die Kreuzfahrer das Gebiet unter sich auf, die ägäischen Inseln werden zu einem Herzogtum unter venezianischer Oberhoheit. 1453 nehmen die Osmanen Konstantinopel ein, womit Griechenland fast vier Jahrhunderte lang unter türkische Herrschaft gelangt. Der Machtzerfall des Osmanischen Reiches und der Einfluss der Französischen Revolution führen zur Bildung einer hellenischen Nationalbewegung, unterstützt von den Grossmächten Frankreich, Grossbritannien und Russland. Die Griechen erheben sich 1821 und befreien den Peloponnes, im Dezember des gleichen Jahres tritt die erste griechische Nationalversammlung zusammen. Nach der Kapitulation des türkischen Sultans werden in den Londoner Protokolle bis 1832 die Grenzen des unabhängigen und tributfreien neuen Staates festgelegt. Er umfasst zunächst nur das Festland südlich vom Golf von Arta bis zum Golf von Volos, die Insel Euböa und die Kykladen. Dem Königreich Griechenland schliessen sich 1864 die Ionischen Inseln an, 1881 muss das Osmanische Reich Thessalien abtreten. Die Megali Idea wird zum Motto der Nationalisten, die davon träumen, alle Gebiete zu befreien und in den neuen Staat zu integrieren, in denen Griechen leben. Ein wichtiger Verfechter der «Grossen Idee» ist der Politiker Eleftherios Venizelos, nach ihm ist der Flughafen Athens benannt. Als Ministerpräsident in den Balkankriegen von 1912 bis 1913 schafft er die Ausdehnung des Staatsgebiets auf Epirus, Makedonien, Westthrakien und seine Geburtsinsel Kreta. Durch die Niederlage im Krieg gegen die Türkei gehen hingegen Ostthrakien und die Gebiete um Smyrna (Izmir) in Kleinasien verloren, was 1923 zu einer einvernehmlichen gewaltsamen Vertreibung der jeweiligen nationalen Minderheiten in den beiden Ländern führt. Im Zweiten Weltkrieg wird Griechenland von Italien und Deutschland besetzt, trotz Widerstand der Streitkräfte und Partisanen. Die Dodekanes-Inseln, seit 1915 von Italien besetzt, geraten nach Kriegsende unter britische Militärverwaltung und werden erst 1947 Teil von Griechenland.

Griechenland - Andros

Griechenland – Andros

Nach der Befreiung folgt ein vierjähriger Bürgerkrieg, in den britische Truppen eingreifen, um eine kommunistische Machtübernahme zu verhindern. Er bewirkt den Zusammenbruch der nach dem Krieg verbliebenen Infrastruktur des Landes. Mit Hilfe des Marshallplans und der Entwicklung des Tourismus kommt die Wirtschaft allmählich auf Touren, viele Bürgerrechte und Freiheiten bleiben jedoch eingeschränkt. Gleichzeitig mit der Türkei tritt Griechenland 1952 in die NATO ein, im gleichen Jahr das Frauenwahlrecht eingeführt. 1967 putscht sich eine Gruppe rechtsextremer Offiziere an die Macht, die Militärdiktatur facht 1974 den Zypernkonflikt und provoziert damit den Eingriff der Türkei. Als die griechische Armee sich weigert, dem Befehl der Junta zur Generalmobilmachung zu folgen, bricht das Militärregime zusammen. Seit der anschliessenden Abschaffung der Monarchie ist Griechenland eine parlamentarische Präsidialdemokratie. Das Land wird 1981 Mitglied der EU und tritt 2001 der Eurozone bei.

Die bereits zuvor erhebliche Staatsverschuldung verschärft sich im Lauf der weltweiten Finanzkrise ab 2007 und mündet in einer schweren Rezession. Der drohende Staatsbankrott wird nur dank Schuldenschnitt und Hilfspakete des IWF, der EZB und der EU vermieden. Die Reform- und Austeritätspolitik der letzten Jahre hat zu einer tiefen sozialen Krise geführt, von der sich Griechenland nur langsam erholt, auch wenn der Tourismus mittlerweile wieder aufblüht.

Griechenland - Wind in der Ägäis

Wind in der Ägäis

Der Meltemi, vom türkischen Wort meltem für Brise, ist der vorherrschende Wind der Sommermonate in der Ägäis.

Als regionales Windsystem zählt er zu den Etesien, den jährlich wiederkehrenden Winden. Sobald stabile Druckunterschiede zwischen dem Azorenhoch und dem Monsuntief über Südwestasien entstehen, fliesst an deren Flanken kühle Kontinentalluft nach Kreta ab. Das Balkanhoch und das Hitzetief über der Türkei verstärken diese Luftströmung, zudem bewirkt die gebirgige Topografie ein Abtrocknen der Luft und kanalisiert den Wind ebenso wie die zahlreichen Inseln der Ägäis. Ab Mai kommen zunächst leichte Nordwinde auf, etwas später setzt dann der Meltemi ein. Von Juni bis September liegt die Wahrscheinlichkeit seines Auftretens bei 70%, meist geht ihm eine klare Nacht voraus, manchmal sogar mit Wetterleuchten, das Barometer steigt und das Deck ist am folgenden Morgen frei von Tau. Er setzt üblicherweise am Vormittag ein und frischt rasch auf, bläst nachmittags am stärksten und flaut bei Sonnenuntergang etwas ab. Sein Maximum erreicht er im Juli und August, an 15 bis 35% der Sommertage weht er mit 6 bis 8 Bft und erzeugt erheblichen Wellengang. Bleibt der Meltemi aus, gibt es meist eine angenehme Seebrise aus dem südlichen Sektor mit 2 bis 4 Bft. Im Sommer beschreiben die Schlechtwettertiefs einen weiten Bogen um das östliche Mittelmeer, so dass Sturm selten ist. Gegenspieler des Meltemi ist der Scirocco aus Südwest, der sich vorwiegend im Frühling und im Herbst mit Sichtverschlechterung meldet. Ist die sommerliche Hitze im Frühling noch nicht aufgebaut oder im Herbst nicht mehr wirksam, kann es über Nacht zu völlig anderen Wetterlagen kommen. Zu diesen Jahreszeiten sind auch Gewitter am häufigsten, Wasserhosen werden meist im Spätsommer und Herbst beobachtet. Im Winter sind die Winde variabel und frischen mit den durchziehenden Tiefs auf. In der Nordägäis weht der Meltemi aus Nordost, während er sich gegen Süden fächerförmig ausbreitet. In den Kykladen kommt er aus Nord, vor Kreta sowie im Dodekanes dreht er auf Nordwest, nahe dem Peloponnes ist er zahmer und kommt aus Nordost. Der Meltemi kann für traumhafte Segelbedingungen sorgen, aber auch schnell viel Druck machen, somit sollte man auf jeden Fall nur seeklar auslaufen. In Meerengen und um Kaps wird der Wind beschleunigt, im Lee von Steilküsten ist mit heftigen Fallböen zu rechnen. Aufgrund der Windstärke sind die Kykladen und der Dodekanes im Sommer nur für erfahrene Crews geeignet, weniger Geübte verlegen den Ägäis-Törn in die Vor- oder Nachsaison oder an die östliche Festlandküste.

Griechenland - Wetter

Wetter

Trotz seines stark maritimen Charakters hat Griechenland einen hohen Gebirgsanteil, weist jedoch ein überwiegend mediterranes Klima auf. Im April lässt ein kurzer Frühling die Landschaft erblühen, es ist tagsüber angenehm und abends kühl, das Meer hat sich noch nicht erwärmt. Bald folgt der heisse und trockene Sommer mit gelegentlichen Gewittern. Im Herbst wird es deutlich frischer und ab November setzen die Winterstürme ein, an der Küste ist es mild und regnerisch, Schnee gibt es nur in den Bergen.

Griechenland - Dodekanes

Yachtcharter Törn Griechenland – Dodekanes

Törn Info 2 – Griechenland Dodekanes

Dauer: 1 bis 3 Wochen

Ausgangshäfen Kos, Rhodos.

Dodekanes: der griechische Inselbogen vor der anatolischen Küste

Der Name Dodekanes, aus dem Griechischen für «zwölf Inseln» abgeleitet, wird erst mit der Zugehörigkeit zu Griechenland 1948 offiziell verwendet und bezeichnet eigentlich die bis 2010 bestehende Präfektur. Zwischen Kreta und dem südwestlichen Zipfel Kleinasiens erstreckt sich der Inselbogen der östlichen Ägäis, von Agathonisi im Norden bis Kasos im Süden. Die nahen türkischen Gewässer dürfen ohne Einhaltung der behördlichen Formalitäten nicht befahren werden. Ein Törn im Dodekanes kann ab Kos oder Rhodos losgehen, oder man gelangt dorthin über die Kykladen.

Griechenland - Kalymnos

Griechenland – Kalymnos

Auch in diesem Revier dominiert im Sommer der Meltemi, allerdings bläst er mit 4 bis 6 Bft aus Nordwest weniger heftig als in den Kykladen, dafür ist es hier heisser. Im Dodekanes kann es unter Umständen sinnvoll sein, zunächst unter Motor nach Norden zu gelangen, um dann gegen den Uhrzeigersinn über die mehr dem Meltemi ausgesetzten Inseln wieder nach Kos oder Rhodos zu fahren. Im Lee der Inseln sind Fallböen zu erwarten, was für nahezu alle Inseln gilt. Im Frühling und Herbst gibt es häufig mit 2 bis 4 Bft Winde aus Südost, im milden Winter die vorherrschende Windrichtung. Starkwind kann sowohl aus Norden wie aus Süden aufkommen Agathonisi ist die nördlichste Insel des Dodekanes, hier kann man vergnügt baden oder in Agios Georgios am Kai anlegen und das reizende Fischerdorf besuchen. Sie gehört mit Arki, Lipsi und den umliegenden Eilanden zum Schutzgebiet Natura2000. Auf Lipsi gibt es nebst dem Hafen mehrere Buchten im Süden mit gutem Schutz vor dem Meltemi, ebenso im Hafen von Arki und auf der Ostseite der Nebeninsel Marathos, bei ruhigem Wetter findet man an der Südseite von Makronisi einen tollen Ankerplatz. Westlich davon liegt Patmos, in römischer Zeit ein Verbannungsort, heute Wallfahrtsort orthodoxer Christen. Hier soll die Offenbarung des Johannes entstanden sein. Über der Chora thront das burgähnliche Johanneskloster, die Kirche ist mit Marmorfussboden, kunstvollen Mosaiken und alten Fresken verziert, die wertvollen Schriften der Bibliothek zählen zum UNESCOWeltkulturerbe. Einziger Hafen ist Skala Patmos, an der Ostküste gibt es verschiedene Ankerbuchten mit praktisch unbebauten Sandstränden. An der Westküste bietet nur Ormos Stavros Schutz vor dem Meltemi. Weiter südlich gilt Leros in der Mythologie als Insel der Artemis, der Göttin der Jagd. Sie weist Kiefernwälder, Olivenhaine, schöne Naturstrände sowie verschiedene Buchten und Häfen auf. Hauptort ist Agia Marina, überragt von einer imposanten Johanniterfestung. Eine historische Windmühle, die über dem Wasser zu schweben scheint, schmückt die Stadt, auf der meerseitigen Landzunge liegt das römisches Oppidum Brouzi, mit bemerkenswerten Mosaiken und überreste eines Aquäduktes. Einsame Ankerplätze gibt es an der Südostseite der Nebeninsel Archangelos. Früher als Insel der Schwammfischer bekannt, ist Kalymnos heute ein Zentrum der Küstenfischerei im Dodekanes. Der quirlige Stadthafen ist gut geschützt, wem es dort zu laut ist, der findet in der fjordartigen Bucht von Vathi eine Alternative oder ankert in Ormos Vlichadia. Im Norden der Insel sind Festmacherbojen ausgelegt, sowohl in der reizvollen Ormos Palaio auf der Ostseite als auch in der Hafenbucht von Emborios auf der Westseite. Die Bewohner von Pserimos leben hauptsächlich vom Fischfang und Tourismus. Die unfruchtbare, bergige Insel ist überwiegend von niedriger Strauchvegetation bewachsen. Seit der Antike für Kapern bekannt, wird heute der Anbau von Oliven gefördert. Abgesehen vom Dorfhafen gibt es Ankerbuchten im Süden und im Osten, bei ruhigem Wetter auch beim vorgelagerten Eiland Plati. Die Ferieninsel Kos mit ihren langen Sandstränden und grossen Hotels liegt am Eingang des Golfs von Gökova, der zur Türkei gehört. Der Küstenverlauf ist relativ geradlinig ohne nennenswerte Einbuchtungen und bietet somit kaum geschützte Ankerplätze. In Kos-Stadt bewacht das Kastro Nerantzias den Mandraki-Hafen, ein Bummel durch die Altstadt lohnt sich ebenso wie die Besichtigung des Asklepieion, einer der Heilkunst gewidmeten Anlage. Nebst Kos-Marina gibt es weitere Häfen in Kardamena, Kamari und Mastichari, beim kleinen Fischerdorf Limnionas kann man hinter der Mole ankern.

Griechenland - Kos

Griechenland – Kos

Südöstlich von Kos liegt die kreisrunde Vulkaninsel Nisyros, deren Zentrum von einer Caldera mit hohen Lavadomen und einem Geothermalgebiet geprägt wird. Die Aktivität beschränkt sich zurzeit auf schwefelreiche Fumarolen im Stefanos-Krater, im Dorf Nikia befindet sich das vulkanologische Museum. Die Inselküste ist relativ steil, festmachen kann man in den Häfen von Paloi oder Mandraki, dem Hauptort von Nisyros. Oberhalb der Stadt liegt die Johanniterburg mit dem Kloster Panagia Spiliani, auf dem nächsten Hügel die antike Akropolis mit ihren Festungsmauern aus schwarzem Basalt. Zum Ankern eignen sich die Nachbarinseln Pergousa oder Gyali. Auf Tilos kommt für die meisten Yachten als Liegeplatz wohl nur der Hafen oder die Umgebung von Livadia in Frage. Bei Ausgrabungen sind viele Knochen von Zwergelefanten entdeckt worden und einige der Funde im kleinen Museum von Megalo Chorio ausgestellt. Ormos Eristos im Süden der Insel ist eine sehr weite und einsame Bucht, die zwar Schutz vor dem Meltemi bietet, häufig jedoch erheblichen Schwell aufweist. Westlich von Tilos liegt Astypalea, eine schmale Landbrücke verbindet die zwei Inselhälften miteinander. Über der Chora thront die imposante venezianische Festung, gleich daneben die schöne Kirche Evangelistria i Portaitissa. Beim Dorf Maltezana sind Überreste eines römischen Bades mit Mosaiken erhaltenen. Auf der Insel werden Ziegen- und Schafskäse hergestellt, Zitrusfrüchte angebaut und Fischfang betrieben. Die stark gegliederte Küste bietet diverse Ankerplätze, Schutz vor dem Meltemi gibt es in erster Linie an der Südostseite. Die beiden hübschen, durch eine Sanddüne getrennten Buchten beim vorgelagerten Eiland Kounoupi eignen sich hingegen nur bei ruhigem Wetter als Ankerplatz. Ein verstecktes Schlupfloch ist die fast geschlossene Bucht von Vathi im Nordwesten des kleinen Inselteils. Symi liegt nordöstlich von Tilos, die Insel ist gebirgig und hat eine sehr zerklüftete Küstenlinie, die enge Durchfahrt zwischen Symi und der unbewohnten Nachbarinsel Nimos ist in der Regel praktikabel. Die Stadt Symi liegt am Ende einer fjordartigen Bucht, über dem idyllischen Hafen mit seinen bunten Fischkuttern drängen sich viele schmucke Häuser in gelb-braunen Farben an den Hängen. Geschützte Ankerplätze sind vor allem an der Ostseite zu finden, wobei das Eiland Agia Marina glasklares Wasser und bei Meltemi eine ruhige Nacht verspricht. Im Süden wird es in der fast geschlossenen Bucht des Klosters Moni Panormitis friedlich, sobald die Ausflugsboote weg sind. Östlich von Tilos und südlich von Symi ist Rhodos die grösste Insel des Dodekanes und sonnigste Ecke Europas, Baden ist bis Ende Oktober möglich. Rhodos lebt fast ausschliesslich vom Tourismus, der sich eher auf den Norden konzentriert, wo unzählige Hotels, Diskotheken und Bars die Strände säumen, dazu wird Wein- und Olivenanbau betrieben. In der Antike zählt der Koloss von Rhodos zu den sieben Weltwundern, ein starkes Erbeben zerstört jedoch die riesige Bronzestatue des Sonnengottes Helios. Die Altstadt mit ihren engen Gassen, kleinen Häusern, imposanten Ordensgebäuden, mittelalterlichen Kirchen und Moscheen zählt zum UNESCO-Welterbe. Sie ist von einer langen Festungsmauer umgeben und wird vom Grossmeisterpalast der Johanniter dominiert. Yachten dürfen im

Griechenland - Symi

Griechenland – Symi

Mandraki-Hafen oder in der Rhodos-Marina anlegen. Die bis an die Küsten reichenden Berge fallen meist steil zum Meer ab, es gibt nur wenige Ankerplätze. Die Bucht von Lindos ist ein Naturhafen, das Städtchen und die Akropolis ein Besuch wert. Im Süden ist die Halbinsel Prasonisi über eine Sandbank mit Rhodos verbunden, je nach Windrichtung kann man auf der einen oder anderen Seite ankern. Vor der Westküste Rhodos liegen zwei kleinere Inseln mit schönen Stränden. Chalki ist recht bergig und karg, auf einer Anhöhe hinter der Halbinsel Trachia liegen die Ruinen der Johanniterburg, im Tal versteckt sich die verlassene Chora, der hübsche Hafenort in Ormos Emborios lädt zum Verweilen ein. Die Nebeninsel Alimia, heutzutage unbewohnt, ist teilweise bewaldet und verfügt über Quellen. Liebevoll gepflegt wird die einmal im Jahr zu einem Fest aufgesuchte kleine Kirche. Die grosse Ankerbucht im Südwesten ist gegen alle Windrichtungen und Seegang geschützt. Nur wenige Crews nehmen den weiteren Weg nach Süden, denn zwischen Rhodos und Kreta ist das Meer oft rauh und der steil aufsteigende Meeresgrund erzeugt bei Meltemi eine aufgewühlte See mit Kreuzwellen. In den Gewässern rund um Karpathos sind Delfine noch relativ häufig anzutreffen. Ein kahler Bergzug prägt den Norden der Insel, ab der Mitte wird es hügeliger und im äussersten Süden flach, wo es in Flughafennähe eine Ankerbucht gibt. Haupthafen ist Karpathos-Stadt, ihren Charme macht die etwas seelenlose und schwellanfällige Kaianlage wett, am Strand trifft man auf die Ruinen der Basilika Agia Fotini aus dem 5./6. Jahrhundert. An der Westküste kann man im kleinen Fischerhafen Finiki festmachen, ganz im Norden ist Ormos Tristomo ein geschützter Fjord. Kasos ist die südlichste Insel des Dodekanes, extrem wasser- und vegetationsarm, nur niedrige Phrygana bewächst die felsigen Hänge. Der Hafen von Fry liegt an der Nordküste, im Süden bietet Ormos Khelatronas einen idyllischen Ankerplatz mit gutem Schutz vor dem Meltemi. Unterschlupf ist ebenfalls in den südlichen Buchten des benachbarten Eilands Armathia zu finden.

Griechenland - Kykladen

Yachtcharter Törn Griechenland – Kykladen

Törn Info 1 – Griechenland Kykladen

Dauer: 1 bis 3 Wochen

Ausgangshäfen Athen, Lavrion, Paros und weitere.

Kykladen: die Vulkaninseln im Herzen der Ägäis

Die Kykladen gehören zu den beliebtesten touristischen Reisezielen in Griechenland und bilden das Herzstück der Ägäis. Sie bestehen meist aus Gneis und Glimmerschiefer, teils aus Granit und vulkanischem Gestein. Ihren Namen beziehen sie vom griechischen Wort Kyklos für Kreis, da sie sich ringförmig um die heilige Insel Delos fügen. In der Antike werden sie ihrer Fruchtbarkeit wegen auch die Perlen von Hellas genannt. Heute sind viele der Inseln ohne Baumvegetation, wasserarm, kahl und verbrannt.

Griechenland - Tinos

Griechenland – Tinos

Wird in Athen gestartet, geht es zunächst an der Küste von Attika nach Kap Sounion, wer von Lavrio aus ablegt, hat das Törngebiet sozusagen gleich vor der Tür. Nach Osten ist die Route gut machbar, nach Nordwesten gegen den Meltemi und die kurzen Wellen eher anstrengend. Die in der Ägäis besuchten Inseln sind möglichst von Norden aus im Uhrzeigersinn anzugehen, die Rückkehr erfolgt über die zentralen oder südlichen Kykladen, es kann sogar sinnvoll sein, über die Ostküste des Peloponnes nach Norden zu gelangen. Dazu ist es ratsam, Ruhetage und genügend Reserve für die Heimkehr zur Charterbasis einzuplanen. Alternativ kommt ein Oneway-Törn in Frage.

In den Kykladen weht es im Frühling und Herbst hauptsächlich aus Nord, es sind aber auch Südwinde möglich, wie sie im Winter überwiegen. Der Meltemi setzt ab Juni mit 4 bis 5 Bft ein, erreicht im Juli und August 7 bis 8 Bft und geht ab September auf 5 bis 6 Bft zurück. Klassische Winddüsen sind die Meerengen zwischen Euböa und Andros, hier ist mit starker Strömung zu rechnen, zwischen Andros, Tinos und Mykonos, zwischen Paros und Naxos sowie an der Nordküste von Amorgos. Im Sommer ist der Archipel nur für erfahrene Crews zu empfehlen.

Zu den nördlichen Kykladen zählen Andros, Delos, Gyaros, Kea, Kythnos, Makronisos, Mykonos, Rinia, Syros und Tinos, hier weht der Meltemi eher aus NNE. Die langgezogene Insel Makronisos vor Kap Sounion, früher Flüchtlingslager für Vertriebene aus Kleinasien, ist heute ebenso verlassen wie die öde Insel Gyaros, in der römischen Kaiserzeit ein gefürchteter Verbannungsort. Beide haben während des Bürgerkriegs und der Militärdiktatur als Internierungslager für politische Häftlinge gedient. Die meist steile, felsige und karge Küste von Kea ist geprägt von kleinen Buchten, Kaps und Meeresgrotten sowie frucht- baren Hochebenen im Inselinneren. Nur der tiefe Naturhafen von Agios Nikolaos im Nordwesten bietet Schutz. Als hügelige Ferieninsel südlich von Kea wird Kythnos vor allem von Athenern besucht. Die Buchten auf der Westseite beim Eiland Louka, durch einen Dünenstreifen mit Kythnos verbunden, sind angenehm und bieten guten Schutz vor dem Meltemi, ebenso die bezaubernden Buchten von Agios Stefanos und Agios Ioannis auf der Ostseite der Insel, wohingegen der Hafen von Loutra exponiert ist. Weiter östlich zeichnet sich Syros durch ein markantes Relief aus, mit tiefen Schluchten und Tälern. Im Gegensatz zur schroffen Nordostküste ist die Westseite mit kleineren Buchten sanfter gegliedert, in Finikas legt man bei Meltemi am besten an der Aussenmole des Hafens an. Der Hauptort Emoupoli mit seinem tiefen Naturhafen ist auch heute noch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Kykladen. Vom früheren Wohlstand der Stadt zeugen die zahlreichen klassizistischen Bauten, sehenswert sind das Apollon-Theater und das Rathaus sowie die mit blauen Kuppeln geschmückte Kirche Agios Nikolaos, die dem Patron der Seefahrer geweiht ist. Andros ist die nördlichste Insel der Kykladen, mit Schneefall auf den Gipfeln, die grösstenteils steil abfallende Küste ist stark zerklüftet. Als Fährhafen ist Gavrio für Sportboote wenig attraktiv, bietet jedoch guten Schutz vor dem Meltemi wenn die grossen Buchten in der Nähe ungemütlich werden. Klares Wasser in herrlicher Umgebung findet man in Ormos Palaiopolis bei Kap Thiakion. Die Ankerplätze der Ostküste taugen nur bei ruhiger See oder schwachem Südwind. Dies gilt auch für Kastro, den Hafen des pittoresken Inselhauptorts mit seinem Museum für moderne Kunst. Die isolierte Lage des Leuchtturms aus hellem Naturstein auf dem Eiland Tourlitis am Eingang der Bucht ist in Griechenland einzigartig.

Die Nachbarinsel Tinos ist auf ihrer ganzen Länge von Bergen durchzogen und im Terrassenbau landwirtschaftlich nutzbar. Sie besitzt Natursteinvorkommen von weissem Marmor und dunkelgrünem Serpentinit, der unter anderem im Louvre und im Buckingham Palace verbaut worden ist. Bei Meltemi bietet der Hafen von Tinos guten Schutz, an der Westküste sind die Ankerplätze praktikabel, an der Ostküste nur die Bucht von Agia Thalassa. Mykonos zählt zu den populärsten griechischen Destinationen, abgesehen von den Sandstränden ist sie felsig und trockrn. Die typische Kykladenarchitektur mit weissen Häusern, Flachdächern, farbigen Holztüren und Fensterrahmen, blumengeschmückten Balkonen und steilen gepflasterten Strassen ist in Mykonos besonders anschaulich. Wahrzeichen der Insel sind die alten Windmühlen Kato Mili, von hier aus geniesst man eine herrliche Aussicht auf die pulsierende Stadt. Sportboote dürfen nur noch in der Marina Toulos anlegen, viel besser geschützt als der alte Hafen. Die Buchten an der Südküste können bei Meltemi genutzt werden. Einen Katzensprung entfernt liegt Delos im Südosten von Mykonos, wo nach der griechischen Mythologie Apollon geboren ist, Gott des Lichts und der Künste. Von der heiligen Stätte der Antike mit zahlreichen Tempeln und Prachtbauten sind nur noch Ruinen übrig. Yachten dürfen Delos nicht anlaufen, auf der Nachbarinsel Rinia bieten verschiedene Buchten Schutz vor dem Meltemi.

Griechenland - Mykonos

Griechenland – Mykonos

Zu den zentralen Kykladen zählen Amorgos, Donoussa, Iraklia, Keros, Kinaros, Kofounisia, Levitha, Naxos, Paros, Schinoussa, Serifos und Sifnos, hier weht der Meltemi eher aus Norden. Das Männerkloster Taxiarches liegt wie eine weiss leuchtende Festung im Norden von Serifos. Die Fresken der Kirche sind noch teilweise im originalen Zustand und zeigen die Erzengel Michael und Gabriel. Auf dem Fussboden ist ein Marmorrelief mit einem Doppeladler erhalten, Symbol des Byzantinischen Reiches. Livadhi ist der Hauptort und Hafen an der Ostküste der Insel. Die zahlreichen Buchten, Höhlen und Steilküsten im Süden bieten die besten Ankerplätze mit Schutz vor dem Meltemi und bilden für die Mittelmeermönchsrobbe ein ideales Rückzugsgebiet. Auf Sifnos sind Oliven- und Weinanbau immer noch von Bedeutung, ebenso wie die seit der Antike praktizierte Töpferei. Kamares ist der Fährhafen der Insel, von hohen Bergen umrahmt, in Platis Gialos gibt es eine kleine Kaianlage. Bester Ankerplatz ist die fast geschlossene Bucht von Vath, wer die Einsamkeit sucht, setzt das Grundeisen vor der Kapelle in Ormos Fikiadhi. Bei ruhiger See kann man vor Kastro ankern und die mittelalterliche Wehrsiedlung besuchen. Hauptattraktion von Andiparos ist die beeindruckende Tropfsteinhöhle im Südosten der Insel, die sich bis 90 m in die Tiefe erstreckt, sie ist vom Hafen aus per Bus oder Taxi erreichbar. Schöne Sandstrände und geschützte Ankerbuchten hat die Nachbarinsel Despotiko zu bieten.

Ormos Paroikias an der Westküste von Paros ist gut geschützt, jedoch erschweren Eilande, Untiefen und die bei Starkwind versetzende Strömung die Ansteuerung. In Hafennähe befindet sich mit der Panagia Ekatontapyliani eine der schönsten byzantinischen Kirchen Griechenlands. Ormos Naousis im Norden der Insel weist eine neuere Marina auf, in den beiden Ecken am Eingang der Bucht findet man Schutz vor dem Meltemi. Bei ruhigem Wetter kommen weitere Ankerplätze in Frage, so ist die Nordosthuk von Paros eine herrliche Umgebung. Naxos ist die grösste und fruchtbarste Insel der Kykladen. Im Hauptort überragen die Mauern der venezianischen Burg aus dem 13. Jahrhundert die weissen Häuser der Altstadt mit ihren engen Gassen. Die Anlage beherbergt die Kathedrale und das Archäologische Museum. Die Stadtmarina ist der einzig wirklich sichere Hafen und als Ausgangsort für Ausflüge geeignet. Auf dem vorgelagerten Eiland steht das Wahrzeichen von Naxos, das mächtige Tor des unvollendeten Apollon- Tempels. Einige Buchten im Süden der Insel bietet guten Schutz vor dem Meltemi. Die kleineren Inseln im Süden und Osten von Naxos, früher oft von Piraten als Unterschlupf genutzt, sind Teil des Schutzgebiets Natura-2000. Die Küste von Iraklia fällt meist steil zum Meer ab, die wenigen Ankerplätze sind nur bei ruhigem Wetter zu empfehlen. Auf der Nachbarinsel Schinoussa wird noch vorwiegend Landwirtschaft betrieben, als sicherer Ankerplatz gilt Ormos Mersini. Wer wilde Einsamkeit sucht, setzt beim Eiland Argilos das Grundeisen. Von der Inselgruppe Koufonisia ist nur Pano Koufonisi ständig bewohnt, am besten geeignet bei Meltemi ist der kleine Hafen von Parianos an der Westseite. Keros ist heutzutage verlassen und wird nur saisonal als Viehweide genutzt, bei Meltemi ist mit starken Böen zu rechnen. Ebenso Andikeros, wo man bei ruhigem Wetter wunderbar am Südostende des Kanals ankern kann, der die beiden Eilande trennt. Längliche Kaps und kleine Einschnitte gliedern die Küstenlinie von Donousa, bei Meltemi ist Ormos Dendro die erste Wahl. Die längliche, teils bewaldete Insel Amorgos wird von einer Gebirgskette mit schroffer Südostflanke durchzogen. Auf 300 m über Meer schmiegt sich das Felsenkloster Panagia Chozoviotissa in den Steilhang, über acht Stockwerke verteilt, architektonisch einzigartig und mit atemberaubendem Ausblick. Der Hafen von Katapola ist gut geschützt und eignet sich als Ausgangspunkt für den Ausflug zum Kloster. Tolle Ankerplätze sind Ormos Kalotiri beim Eiland Nikouria und Ormos Kalotaritissa an der Westhuk. Als östlichste Kykladeninsel bildet Amorgos die Brücke zum Dodekanes, auf halbem Weg nach Kalymnos weist Levitha einsame und recht sichere Ankerbuchten auf der Süd- und Westseite auf.

Zu den südlichen Kykladen, wo der Meltemi weht, zählen Anafi, Folegandros, Ios, Kimolos, Milos, Polyegos, Sikinos, Santorin (Thira), hier dreht der Meltemi auf NNW und weht etwas schwächer. Milos ist ein alter Schichtvulkan, mit jüngeren Lavadomen, pyroklastischen Kegeln und mit Tuffringen übersät. Eine Magma kammer in der Tiefe sorgt weiterhin für starke hydrothermale Aktivität, an zahlreichen Stellen gibt es heisse Quellen und Fumarolen. Das Zentrum der Insel ist eine riesige, nach Nordwesten offene Bucht, an der die wenigen Hafen-Dörfer liegen. Typisch sind die direkt an der Wasserlinie gebauten Häuser, deren Erdgeschoss mit farbigem Tor im Winter als Bootsgarage dient, wie in Klima oder Mandrakia. Adamas ist der Hafen von Milos, bei Meltemi sicher, bei starkem Südwind hingegen exponiert. Ein Ausflug in die hübsche Chora auf dem Hügel lohnt sich schon nur wegen der wunderbaren Aussicht, im archäologischen Museum ist eine Kopie der berühmten Venus von Milo zu sehen. Ormos Provatas an der Südküste ist bei ruhigem Wetter eine spektakuläre Reede. Die Nachbarinseln Kimolos und Polyegos bieten mehrere Buchten, nur wenige sind bei Meltemi geschützt, beim Eiland Manolonisi findet man einen reizvollen Ankerplatz in türkisfarbenem Wasser. Als einziger Hafen von Folegandros liegt Karavostasis im Osten der Insel, Ormos Vathi im Süden kann bei ruhiger See angelaufen werden. Sikinos ist seit der mykenischen Zeit durchgehend besiedelt, der relativ junge Hafenort Alopronia liegt auf der Südostseite der Insel, ansonsten gibt es keine sicheren Ankerplätze. Der Legende nach soll Homer auf Ios begraben sein. Die gebirgige Insel weist fruchtbare Täler auf, produziert hauptsächlich Honig und Ziegenkäse. Das Leben konzentriert sich auf den Hafen, die oberhalb gelegene Chora sowie den nahen Strand Mylopotas an der Westküste. Skarkos auf einem Hügel nordöstlich des Hafens ist eine gut erhaltene frühkykladische Siedlung aus der Bronzezeit. Ormos Manganari im Süden der Insel bietet guten Schutz vor dem Meltemi.

Griechenland - Santorini

Griechenland – Santorini

Santorin lebt heutzutage fast ausschliesslich vom Tourismus. Die Inselgruppe ist ringförmig angeordnet und bildet den Rand einer gefluteten Caldera. Darin hat der aktive Kameni-Vulkan zwei Inseln gebildet, aus dem Krater von Nea Kameni steigt ständig schwefelhaltiger Rauch auf, an der Ostseite von Palea Kameni wärmen heisse unterseeische Quellen das Meerwasser. Knapp 5 sm nordöstlich vor Santorin ragt der Kolumbos-Vulkan bis rund 20 m unter die Meeresoberfläche. Spektakuläre Steilküsten aus Bimsstein prägen die Innenseite der tiefen Caldera. Bei Thirasia, Oia und Thira liegen Festmachertonnen aus, in Skala Thira kann man längsseits oder mit dem Bug zur Kaimauer anlegen. Zur Aussenseite hin sanft abflachend bilden vielerorts schwarze Lavastrände den Übergang zum Meer, im Süden von Santorin gibt es ein paar Ankerplätze und in Vlichada sogar eine richtige Marina. Auf einem Hochplateau an der Südostküste liegen die Überreste des antiken Thira. In Akrotiri wird die durch eine Eruption verschüttete bronzezeitliche Siedlung ausgegraben, unter der Vulkanasche sind Gebäude und Fresken ähnlich gut konserviert wie in Pompeji. Die kleine Insel Anafi hat ein Dorf mit Kaianlage und entlang der Südküste sieben Sandstrände, die im Osten von dem hohen Marmormonolithen Kalamos begrenzt werden. Auf dem Grat thront die Kirche Panagia Kalamiotissa, am Fuss des Felsens befindet sich das Kloster Zoodochos Pigi, in der Bucht kann bei ruhigem Wetter geankert werden.